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Psychologie
der
Customer Experience
Alle
Vertrauen gewinnen
Werte darstellen
Kaufbarrieren abbauen
Kundenloyalität gewinnen
Erweiterte Filter
Fundamental-Attribution-Error
Die Situation verstehen
Situationen werden unterschätzt. Menschen erklären Verhalten durch Charakter statt durch Umstände.
Schwächen zeigen
Constructive-Error-Attribution
Fehlerursachen erklären
Die Attribution von Fehlern bestimmt die Reaktion. Wer die Ursache als veränderbar sieht, verzeiht. Wer sie als stabil interpretiert, verliert Vertrauen.
Schwächen zeigen
Hindsight-Bias
Unsicherheit dokumentieren
Wer das Ergebnis kennt, glaubt, es schon immer gewusst zu haben. Diese 'Ich-hab's-ja-gleich-gesagt'-Verzerrung unterschätzt ursprüngliche Unsicherheit und führt zu unfairen Bewertungen.
Schwächen zeigen
Pratfall-Effekt
Schwächen zugeben
Kleine kontrollierte Schwächen erhöhen Sympathie und Glaubwürdigkeit – aber nur bei bereits etablierter Kompetenz. Perfektion schafft Distanz, Menschlichkeit erzeugt Nähe.
Schwächen zeigen
Inequity-Aversion
Fair behandeln
Menschen lehnen unfaire Verteilungen aktiv ab – selbst wenn sie davon profitieren würden. Wahrgenommene Ungerechtigkeit zerstört Vertrauen und Loyalität nachhaltiger als hohe Preise.
Schwächen zeigen
Pygmalion-Effekt
Gutes unterstellen
Erwartungen beeinflussen Verhalten. Wer Kunden als vertrauenswürdig behandelt, macht sie vertrauenswürdiger.
Vertrauen schenken
Voice-Effekt
Kunden mitreden lassen
Gehört werden erhöht Akzeptanz. Kunden akzeptieren auch negative Entscheidungen besser, wenn sie vorher mitreden durften.
Vertrauen schenken
Lost-Wallet
Kunden vertrauen
Vertrauen aktiviert Ehrlichkeit. Menschen handeln ehrlicher, wenn ihnen sichtbar Vertrauen entgegengebracht wird.
Vertrauen schenken
Reziprozitat
Erst geben, dann nehmen
Wer zuerst gibt, aktiviert den starken Drang zur Gegenleistung. Kleine, unerwartete Gaben erzeugen überproportionale Reaktionen.
Vertrauen schenken
Trust-Bias
Vertrauen aufbauen
Vertrauen schaltet kritisches Denken ab. Menschen hinterfragen vertraute Quellen weniger und übernehmen deren Aussagen unreflektiert.
Vertrauen schenken
Illusory-Truth-Effekt
Botschaft wiederholen
Wiederholte Aussagen werden als wahrer wahrgenommen, selbst wenn sie objektiv falsch sind. Bloße Vertrautheit durch Wiederholung erzeugt ein Gefühl von Wahrheit.
Soziale Beweise nutzen
Uniform-Authority
Autorität sichtbar machen
Expertise muss sichtbar sein. Titel, Zertifikate und professionelles Design erhöhen Vertrauen automatisch.
Kompetenz zeigen
Halo-Effekt
Den ersten Eindruck nutzen
Der erste Eindruck strahlt aus. Eine positive Eigenschaft lässt alles andere auch positiver erscheinen.
Kompetenz zeigen
Processing Fluency
Einfach formulieren
Was leicht zu lesen ist, wird geglaubt. Einfache Sprache und klares Design erhöhen die wahrgenommene Glaubwürdigkeit.
Kompetenz zeigen
Automatisierungseffekt
Kontrolle ermöglichen
Automatisierung kann Vertrauen und Kompetenz senken. Menschen überschätzen automatisierte Systeme oder verlassen sich blind darauf – bis zum ersten Fehler.
Kompetenz zeigen
Representativeness-Heuristik
Mit typischen Beispielen urteilen
Menschen beurteilen Wahrscheinlichkeiten danach, wie sehr etwas einem typischen Beispiel ähnelt – nicht nach statistischer Realität. Prototypen schlagen Wahrscheinlichkeiten.
Kompetenz zeigen
Rhyme-As-Reason-Effekt
Reime einsetzen
Gereimte Aussagen wirken wahrer und einprägsamer als ungereimte – selbst bei identischem Inhalt. Sprachliche Flüssigkeit wird unbewusst als Signal für Wahrheit interpretiert.
Kompetenz zeigen
Swift-Trust-Formation
Schnell Vertrauen signalisieren
Vertrauen entsteht sofort durch Kompetenzmerkmale und professionelle Rahmenbedingungen. Temporäre Teams zeigen hohes Anfangsvertrauen basierend auf Kategorisierung, nicht Erfahrung.
Kompetenz zeigen
Typography-Psychology
Schrift bewusst wählen
Schriftarten beeinflussen Glaubwürdigkeit, Lesbarkeit und emotionale Wirkung unabhängig vom Inhalt. Gut gewählte Typografie erhöht Vertrauen und Verständnis.
Kompetenz zeigen
Availability-Heuristik
Mit Beispielen prägen
Menschen schätzen Wahrscheinlichkeiten danach ein, wie leicht ihnen Beispiele einfallen. Verfügbarkeit im Gedächtnis wird mit Häufigkeit verwechselt.
Kompetenz zeigen
Perceptual-Constancy
Wiedererkennung sichern
Menschen erkennen Objekte trotz unterschiedlicher Größe, Farbe, Winkel oder Beleuchtung als identisch. Das Gehirn korrigiert automatisch für Kontextveränderungen.
Kompetenz zeigen
Candy-Tipping
Kleine Extras geben
Kleine Extras wirken überproportional. Unerwartete, personalisierte Geschenke nach dem Kauf erzeugen starke Loyalität.
Beziehung aufbauen
Liking
Etwas gut finden
Sympathie ist ein mächtiger Kauftreiber. Wer gemocht wird, dessen Argumente überzeugen leichter – unabhängig von der objektiven Qualität des Angebots.
Beziehung aufbauen
Mirroring
Spiegeln
Subtiles Spiegeln von Körpersprache, Gestik und Sprache schafft unbewusste Verbundenheit. Zu offensichtliches Nachahmen wirkt manipulativ.
Beziehung aufbauen
Barnum-Effekt
Wirklich persönlich sein
Echte Personalisierung wirkt. Vage Aussagen werden als persönlich empfunden – aber nur echte Relevanz baut Vertrauen auf.
Beziehung aufbauen
Bevorzugung-Runder-Formen
Runde Formen einsetzen
Runde Formen werden als angenehmer, sicherer und vertrauenswürdiger wahrgenommen als eckige. Sie aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn.
Positiv erleben
Mental-Accounting
Ausgaben rahmen
Geld ist nicht gleich Geld. Menschen führen mentale Konten und bewerten Ausgaben je nach Quelle anders.
Preise & Wert kommunizieren
Money-Omission
Geld zurückhaltend zeigen
Geldsymbole aktivieren transaktionales Denken und reduzieren emotionale Verbundenheit. Wer Geld ausblendet, schafft Raum für Wertwahrnehmung.
Preise & Wert kommunizieren
Money-Illusion
Reale Werte kommunizieren
Menschen bewerten Geld nach nominalen Zahlen, nicht nach realer Kaufkraft. Eine Gehaltserhöhung von 2% bei 4% Inflation fühlt sich besser an als 2% Kürzung bei 0% Inflation – obwohl beide real identisch sind.
Preise & Wert kommunizieren
Magnitude-Priming
Mit Zahlen vor-prägen
Große Zahlen im Kontext erhöhen die Zahlungsbereitschaft. Eine hohe Telefonnummer oder Hausnummer macht denselben Wein teurer.
Preise & Wert kommunizieren
Contrast
Vergleichskontext setzen
Bewertungen erfolgen relativ, nicht absolut. Ein Angebot wirkt je nach Vergleichskontext attraktiv oder unattraktiv.
Preise & Wert kommunizieren
Unit-Bias
Portionen definieren
Menschen behandeln eine Einheit als natürliche Portion – unabhängig von ihrer Größe. Die Definition der Einheit bestimmt Konsum und Zahlungsbereitschaft.
Preise & Wert kommunizieren
Price-Quality
Preis als Qualitätssignal
Höherer Preis = höhere Qualität. Menschen erleben teurere Produkte tatsächlich als besser.
Preise & Wert kommunizieren
Pseudo-Set-Framing
Als gewählt darstellen
Die bloße Bezeichnung als 'Set' erhöht die Kaufbereitschaft, selbst wenn keine echte Bündelung existiert. Kunden nehmen eine höhere Vollständigkeit und einen größeren Wert wahr.
Preise & Wert kommunizieren
Social-Comparison-Effekt
Vergleichskontext schaffen
Menschen bewerten sich selbst durch Vergleich mit anderen, nicht absolut. Wer den Vergleichskontext kontrolliert, beeinflusst Zufriedenheit und Kaufbereitschaft.
Preise & Wert kommunizieren
Decoy-Effekt
Vergleich steuern
Eine strategisch platzierte dritte Option verschiebt die Präferenz zwischen zwei Alternativen dramatisch. Der Decoy macht eine Option attraktiver, ohne selbst gekauft zu werden.
Preise & Wert kommunizieren
Webers-Law
Verhältnisse nutzen
Unterschiede müssen proportional zum Ausgangswert sein, um wahrgenommen zu werden. Ein 10€-Rabatt wirkt bei 50€ stark, bei 500€ nicht.
Preise & Wert kommunizieren
Time-Vs-Money-Effekt
Zeit oder Geld betonen
Zeit-Botschaften aktivieren persönliche Erlebnisse und Identität, Geld-Botschaften aktivieren Kalkulation und Vergleich. Bei Erlebnisprodukten wirkt Zeit stärker, bei Nutzenprodukten Geld.
Preise & Wert kommunizieren
Anker-Effekt
Zuerst Preis nennen
Die erste Zahl bestimmt alles. Der Ankerpreis definiert, was als teuer oder günstig wahrgenommen wird.
Preise & Wert kommunizieren
Effort-Heuristik
Aufwand sichtbar machen
Aufwand signalisiert Qualität. Produkte mit sichtbarer Mühe werden als wertvoller wahrgenommen.
Wert erlebbar machen
Endowment
Besitz vermitteln
Was man hat, will man behalten. Allein der Besitz erhöht den wahrgenommenen Wert dramatisch.
Wert erlebbar machen
Having-Vs-Using-Effekt
Kauf- und Nutzungswert trennen
Menschen bewerten Produkte beim Kauf nach Besitz-Nutzen (viele Features), bei der Nutzung nach Verwendungs-Nutzen (einfache Bedienung). Diese Divergenz führt zu Fehlkäufen und Unzufriedenheit.
Wert erlebbar machen
Embodiment-Effekt
Körperlich erfahren
Physische Erfahrung formt mentale Bewertung. Schwere, Textur, Temperatur und Haptik beeinflussen wahrgenommenen Wert, Vertrauen und Entscheidungen – auch in digitalen Kontexten.
Wert erlebbar machen
Erwartungs-Bestatigungs-Effekt
Erwartungen bewusst setzen
Erwartungen prägen die Wahrnehmung stärker als die objektive Realität. Wer Erwartungen setzt, steuert damit die spätere Bewertung.
Wert erlebbar machen
Juxtaposition
Gegensätze zeigen
Informationen werden immer im Kontext bewertet. Gezielte Gegenüberstellung verstärkt gewünschte Eigenschaften durch Kontrast.
Wert erlebbar machen
Knappheits-Effekt
Knappheit zeigen
Knappe Güter wirken wertvoller. Begrenzte Verfügbarkeit steigert Begehren und Zahlungsbereitschaft.
Wert erlebbar machen
Ikea-Effekt
Mitbauen lassen
Selbstgemachtes wird überschätzt. Wer an der Entstehung beteiligt ist, schätzt das Ergebnis höher.
Wert erlebbar machen
Sensory-Appeal
Sinne ansprechen
Sensorische Beschreibungen aktivieren mentale Simulation und steigern Kaufbereitschaft. Konkrete Sinnesreize in Texten und Bildern machen Produkte greifbarer und begehrenswerter.
Wert erlebbar machen
Perceptual-Set
Erwartungen mit Kontext setzen
Erwartungen und Kontext bestimmen die Wahrnehmung. Menschen sehen nicht objektiv, sondern interpretieren durch den Filter ihrer Vorannahmen.
Wert erlebbar machen
Serial-Position-Effekt
Anfang und Ende nutzen
Anfang und Ende bleiben hängen. Die erste und letzte Position bekommen die meiste Aufmerksamkeit.
Aufmerksamkeit lenken
Peripheral-Motion
Bewegung nutzen
Bewegung fängt den Blick. Unser peripheres Sehen reagiert automatisch auf Bewegung am Rand.
Aufmerksamkeit lenken
Interruptibility
Den richtigen Moment wählen
Timing entscheidet über Akzeptanz. Nach abgeschlossenen Aufgaben sind Menschen offener für Neues.
Aufmerksamkeit lenken
Focusing-Effekt
Fokus bewusst lenken
Menschen überschätzen die Bedeutung dessen, worauf ihre Aufmerksamkeit gerade gerichtet ist. Ein hervorgehobenes Merkmal dominiert die Bewertung und lässt andere Faktoren verblassen.
Aufmerksamkeit lenken
Color-Hierarchy
Mit Farbe führen
Farbe lenkt Aufmerksamkeit. Kontrastreiche Farben ziehen den Blick auf wichtige Elemente.
Aufmerksamkeit lenken
Curiosity-Gap
Neugier wecken
Wissenslücken machen neugierig. Ein Informationsgap erzeugt den Drang, es zu schliessen.
Aufmerksamkeit lenken
Priming-Effekt
Vorwegnehmen
Subtile Hinweisreize aktivieren unbewusst Konzepte und beeinflussen nachfolgendes Verhalten. Wer die richtige Assoziation vorweg aktiviert, lenkt Wahrnehmung und Entscheidungen.
Aufmerksamkeit lenken
Identifiable-Victim-Effekt
Einzelne zeigen, nicht Zahlen
Ein Gesicht bewegt mehr als Zahlen. Einzelschicksale lösen stärkere Reaktionen aus als Statistiken.
Geschichten erzählen
Storytelling-Effekt
Geschichten erzählen
Geschichten werden besser erinnert und emotional stärker verarbeitet als Fakten. Narrative Struktur aktiviert das Gehirn ganzheitlicher und schafft stärkere Gedächtnisspuren.
Geschichten erzählen
Belief-Bias
Glaubwürdig klingen
Plausibel wirkt logisch. Menschen akzeptieren Argumente eher, wenn die Schlussfolgerung glaubwürdig klingt.
Verständlich kommunizieren
Golden-Ratio-Skepticism
Proportionen kontextuell wählen
Der Goldene Schnitt hat keine nachweisbare Überlegenheit in der ästhetischen Wahrnehmung. Menschen bevorzugen situativ unterschiedliche Proportionen.
Verständlich kommunizieren
Inner-Dialogue
Selbst nachdenken lassen
Selbst generierte Argumente überzeugen stärker als vorgegebene. Wer Kunden zum Nachdenken bringt statt zu überzeugen versucht, erzielt nachhaltigere Überzeugung.
Verständlich kommunizieren
Cultural-Color-Meaning
Kulturelle Codes beachten
Farben bedeuten je nach Kultur anderes. Weiss steht für Reinheit oder Trauer – der Kontext entscheidet.
Verständlich kommunizieren
Disfluency-Effekt
Lesbarkeit erschweren
Schwerer lesbare Informationen werden tiefer verarbeitet und besser erinnert. Kognitive Anstrengung beim Lesen aktiviert analytisches Denken.
Verständlich kommunizieren
Conjunction-Trugschluss
Mit Details überzeugen
Das Typische überzeugt mehr. Lebhafte Details machen Aussagen glaubwürdiger – auch wenn sie unwahrscheinlicher sind.
Verständlich kommunizieren
Picture-Superiority-Effekt
Mit Bildern erinnern
Bilder werden 6x besser erinnert als Text. Visuelle Information bleibt dauerhaft im Gedächtnis, während verbale Inhalte schnell verblassen.
Verständlich kommunizieren
Framing-Effekt
Positiv formulieren
Dieselbe Information, andere Wirkung. Ob '90% fettfrei' oder '10% Fett' – die Formulierung bestimmt die Reaktion.
Verständlich kommunizieren
Regulatory-Focus-Theorie
Auf Chancen oder Risiken fokussieren
Menschen sind entweder promotion-fokussiert (Chancen nutzen) oder prevention-fokussiert (Risiken vermeiden). Dieselbe Botschaft wirkt je nach Fokus völlig unterschiedlich.
Verständlich kommunizieren
Primacy-Of-Affect
Gefühle vor Fakten
Das Gefühl kommt vor dem Denken. Emotionale Reaktionen entstehen schneller als rationale Urteile.
Positiv erleben
Motivating-Uncertainty-Effekt
Mit Ungewissheit motivieren
Unsichere Belohnungen erzeugen mehr Engagement als garantierte. Die Ungewissheit erhöht Neugier und Motivation stärker als ein sicherer, aber vorhersehbarer Vorteil.
Positiv erleben
Dopamin-Antizipation
Vorfreude aufbauen
Das Gehirn belohnt Vorfreude stärker als Besitz. Wer Antizipation gestaltet, erhöht Engagement und wahrgenommenen Wert.
Positiv erleben
Affordance-Theorie
Funktion durch Form zeigen
Objekte signalisieren durch ihre Form und Kontext, wie sie zu nutzen sind. Gutes Design macht Funktionen ohne Erklärung erkennbar.
Entscheidungen vereinfachen
Fittss-Law
Buttons groß machen
Große, nahe Ziele sind schneller erreichbar als kleine, ferne. Die Zeit für eine Zeigerbewegung folgt einem mathematischen Gesetz: Sie steigt logarithmisch mit Distanz und sinkt mit Zielgröße.
Entscheidungen vereinfachen
Future-Self
Das Zukunfts-Ich zeigen
Das Zukunfts-Ich ist ein Fremder. Wer sein zukünftiges Selbst visualisiert, trifft bessere Entscheidungen.
Entscheidungen vereinfachen
Parkinsons-Law
Deadlines verkürzen
Arbeit dehnt sich bis zur verfügbaren Deadline aus. Knappe Zeitvorgaben führen zu schnellerer Erledigung ohne Qualitätsverlust.
Entscheidungen vereinfachen
Compromise-Effekt
Die Mitte anbieten
Die mittlere Option wird bevorzugt. Menschen meiden Extreme und wählen den Kompromiss.
Entscheidungen vereinfachen
False-Dichotomy
Mit Entweder-oder vereinfachen
Zwei Optionen sind einfacher. Entweder-oder-Frames vereinfachen komplexe Entscheidungen.
Entscheidungen vereinfachen
Hot-Cold-Empathy-Gap
Emotionen einplanen
Emotionen verändern Entscheidungen. In anderem emotionalen Zustand entscheiden wir anders.
Entscheidungen vereinfachen
Choice-Architecture
Entscheidungen lenken
Die Gestaltung des Entscheidungskontexts beeinflusst systematisch, was Menschen wählen. Defaults, Reihenfolge und Framing lenken Entscheidungen, ohne Optionen zu entfernen.
Entscheidungen vereinfachen
Entscheidungsmudigkeit
Vor Erschöpfung entscheiden lassen
Jede Entscheidung erschöpft mentale Ressourcen. Nach vielen Entscheidungen sinkt die Entscheidungsqualität, Kunden wählen den einfachsten Weg oder schieben auf.
Entscheidungen vereinfachen
Expectancy-Value-Theorie
Erwartung und Wert verbinden
Motivation entsteht aus zwei Faktoren: Erfolgserwartung und subjektivem Wert. Nur wenn beides hoch ist, folgt Handlung.
Entscheidungen vereinfachen
Kognitive-Tunnelbildung
Fokus vereinfachen
Unter Stress verengt sich die Aufmerksamkeit auf das unmittelbar Dringliche. Wichtige periphere Informationen werden übersehen, alternative Lösungen nicht erkannt.
Entscheidungen vereinfachen
Door-In-The-Face
Groß fragen, klein bekommen
Nach Ablehnung wird eher zugestimmt. Eine abgelehnte grosse Bitte macht die kleine attraktiver.
Entscheidungen vereinfachen
Hobsons-1-Choice-Effekt
Eine starke Option anbieten
Eine gut präsentierte einzelne Option wird oft bereitwilliger akzeptiert als eine scheinbare Wahl zwischen unattraktiven Alternativen. Der Kontext der Präsentation entscheidet über Akzeptanz oder Ablehnung.
Entscheidungen vereinfachen
Dual-Process-Theorie
Intuitiv gestalten
Zwei Denksysteme steuern Entscheidungen: System 1 arbeitet schnell, intuitiv und emotional. System 2 denkt langsam, analytisch und bewusst. Die meisten Entscheidungen fallen in System 1.
Entscheidungen vereinfachen
Disjunction-Effekt
Klarheit schaffen
Unsicherheit blockiert Handeln. Solange ein Ergebnis offen ist, warten Menschen lieber ab.
Entscheidungen vereinfachen
Teslers-Law
Komplexität ins System
Komplexität ist konstant – sie lässt sich nur verschieben, nicht eliminieren. Jede Vereinfachung für den Nutzer erhöht die Komplexität im System.
Entscheidungen vereinfachen
Simplification-Bias
Komplexität reduzieren
Menschen reduzieren komplexe Entscheidungen auf eine einzelne, leicht bewertbare Dimension. Mehrdimensionale Informationen werden systematisch ignoriert, selbst wenn sie verfügbar und relevant sind.
Entscheidungen vereinfachen
Prinzip-Des-Geringsten-Aufwands
Hürden abbauen
Menschen wählen den Weg des geringsten Aufwands. Jede zusätzliche Hürde – kognitiv, physisch oder zeitlich – senkt die Conversion dramatisch.
Entscheidungen vereinfachen
Temporal-Construal
Nah oder fern denken
Ferne Zukunft = abstrakt denken. Für später planen wir idealistisch, für morgen praktisch.
Entscheidungen vereinfachen
Nudging
Sanft anstupsen
Kleine Änderungen in der Entscheidungsarchitektur führen zu großen Verhaltensänderungen. Kluge Defaults und Kontextgestaltung lenken Entscheidungen, ohne Wahlfreiheit einzuschränken.
Entscheidungen vereinfachen
Hicks-Law
Optionen reduzieren
Jede zusätzliche Option verlängert die Entscheidungszeit logarithmisch. Weniger Auswahlmöglichkeiten führen zu schnelleren, sichereren Entscheidungen.
Entscheidungen vereinfachen
Pennies-A-Day-Effekt
Preise in Tagesraten zeigen
Preise als kleine Tagesbeträge darstellen erhöht die Zahlungsbereitschaft dramatisch. '1€ pro Tag' wirkt attraktiver als '365€ pro Jahr', obwohl der Betrag identisch ist.
Entscheidungen vereinfachen
Temptation-Bundling
Pflicht mit Vergnügen koppeln
Pflichten werden erträglicher, wenn sie mit Vergnügen gekoppelt werden. Die Kombination aus 'Soll' und 'Will' erhöht die Durchführungsrate drastisch.
Entscheidungen vereinfachen
Pseudo-Justification
Begründungen mitliefern
Jede Begründung erhöht Zustimmung – selbst wenn sie inhaltsleer ist. Das Wort 'weil' aktiviert automatische Akzeptanz.
Entscheidungen vereinfachen
Wiedererkennen-Vs-Erinnern
Optionen zeigen statt abfragen
Wiedererkennen ist kognitiv deutlich einfacher als freies Erinnern. Optionen zeigen statt abfragen senkt Abbrüche und Fehler massiv.
Entscheidungen vereinfachen
Hyperbolic-Discounting
Sofortbelohnung nutzen
Jetzt ist wichtiger als später. Sofortige Belohnungen werden überproportional bevorzugt.
Entscheidungen vereinfachen
Default-Effekt
Standard klug wählen
Die Voreinstellung gewinnt meistens. Menschen bleiben beim Standard – nutze das für gute Entscheidungen.
Entscheidungen vereinfachen
System-Override-Psychology
Sicherheitswarnungen sparsam einsetzen
Menschen überschreiben Systemvorgaben systematisch, wenn diese als Hindernis wahrgenommen werden. Zu viele Sicherheitsabfragen oder unklare Warnungen führen zu Habituation und Ignoranz.
Entscheidungen vereinfachen
Perception-Action-Coupling-Prinzip
Eingaben sofort spürbar machen
Wahrnehmung und Handlung sind neurologisch gekoppelt. Interfaces, die diese Kopplung unterstützen, fühlen sich natürlicher an und führen zu besserer Performance.
Entscheidungen vereinfachen
Millers-Law
Weniger gleichzeitig zeigen
Das Arbeitsgedächtnis kann nur 7±2 Informationseinheiten gleichzeitig verarbeiten. Mehr Information führt zu Vergessen und Abbruch.
Entscheidungen vereinfachen
Aesthetic-Usability-Effekt
Schöner wirkt nutzbarer
Ästhetisch ansprechende Interfaces werden als benutzerfreundlicher wahrgenommen, selbst bei identischer Funktionalität. Schönheit erzeugt eine Toleranz für Usability-Probleme.
Entscheidungen vereinfachen
Fogg-Behavior-Model
Alle drei vereinen
Verhalten entsteht nur, wenn drei Faktoren gleichzeitig zusammentreffen: ausreichende Motivation, Fähigkeit zur Ausführung und ein auslösender Trigger. Fehlt einer, passiert nichts.
Schritt für Schritt führen
Commitment-Und-Konsistenzprinzip
Erst klein zusagen lassen
Wer sich einmal festlegt, handelt danach konsistent zu dieser Entscheidung. Kleine initiale Commitments führen zu größeren Folgehandlungen.
Schritt für Schritt führen
Precommitment
Commitment früh sichern
Frühe Zusagen halten besser. Wenn man sich vorher festlegt, hält man sich eher daran.
Schritt für Schritt führen
Flow-State
Im Flow halten
Menschen erleben Flow, wenn Aufgabenschwierigkeit und Fähigkeiten perfekt ausbalanciert sind. Klare Ziele und unmittelbares Feedback verstärken diesen Zustand intrinsischer Motivation.
Schritt für Schritt führen
Foot-In-Door
Klein anfragen
Kleine Zusage führt zu grösserer. Wer einmal Ja sagt, sagt eher wieder Ja – auch zu mehr.
Schritt für Schritt führen
Low-Ball-Effekt
Zusagen nutzen
Wer sich einmal committet hat, bleibt dabei – auch wenn später ungünstige Bedingungen hinzukommen. Die initiale Zusage bindet stärker als rationale Neubewertung.
Schritt für Schritt führen
Neuroplastizitaet
Neue Gewohnheiten anlernen
Das Gehirn bleibt lebenslang formbar durch Erfahrung. Wiederholte neue Verhaltensweisen schaffen neue neuronale Verbindungen und können alte Muster überschreiben.
Schritt für Schritt führen
Scaffolding-Theorie
Unterstützung beim Lernen
Temporäre Hilfestellungen ermöglichen selbständiges Handeln. Wer schrittweise Unterstützung abbaut, fördert Kompetenz ohne Abhängigkeit.
Schritt für Schritt führen
Shaping
Schritte belohnen
Komplexes Verhalten entsteht durch schrittweise Annäherung. Belohne kleine Fortschritte in Richtung des Zielsverhaltens, nicht nur das Endergebnis.
Schritt für Schritt führen
Self-Efficacy
Erfolgserlebnisse schaffen
Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten bestimmt, ob Menschen Herausforderungen annehmen. Kleine Erfolgserlebnisse stärken diesen Glauben mehr als verbale Ermutigungen.
Schritt für Schritt führen
Goal-Setting-Theorie
Ziele konkret setzen
Spezifische, herausfordernde Ziele steigern die Leistung stärker als vage Aufforderungen oder einfache Ziele. Feedback und Commitment sind entscheidende Verstärker.
Schritt für Schritt führen
Reaktanz
Freiheit lassen
Verbote erzeugen Gegenwehr. Eingeschränkte Freiheit macht die verbotene Option attraktiver.
Autonomie gewähren
Illusion-Of-Control
Kontrolle geben
Wahlmöglichkeit beruhigt. Selbst bedeutungslose Kontrolle erhöht Zufriedenheit und Engagement.
Autonomie gewähren
Not-Invented-Here-Syndrome
Externe Lösungen wertschätzen
Interne Teams bewerten eigene Lösungen systematisch höher als externe, selbst wenn objektiv schlechter. Die Herkunft einer Idee beeinflusst deren Akzeptanz mehr als ihre Qualität.
Autonomie gewähren
Autonomy-Effekt
Selbstbestimmung ermöglichen
Selbstbestimmung motiviert. Wer eigene Entscheidungen trifft, ist zufriedener und engagierter.
Autonomie gewähren
Reverse-Psychology
Verbote als Reiz nutzen
Verbote und Einschränkungen erhöhen manchmal das Verlangen. Wer die Wahlfreiheit bedroht sieht, will das Verbotene erst recht.
Autonomie gewähren
Affect-Heuristik
Mit Sympathie überzeugen
Positive Gefühle senken wahrgenommene Risiken und erhöhen wahrgenommene Vorteile – automatisch und unbewusst. Wer Sympathie schafft, reduziert Kaufbarrieren.
Ängste abbauen
Sozialer-Beweis
Andere zeigen
Menschen orientieren sich am Verhalten anderer, besonders in unsicheren Situationen. Je mehr Menschen etwas tun, desto richtiger scheint es.
Ängste abbauen
Threat
Mit Lösungsweg warnen
Bedrohungen motivieren nur, wenn konkrete Handlungsoptionen mitgeliefert werden. Ohne Lösungsweg führen Warnungen zu Abwehr und Verdrängung.
Ängste abbauen
Buyers-Remorse
Nach dem Kauf bestätigen
Nach großen Kaufentscheidungen entsteht oft Unbehagen und Zweifel. Diese kognitive Dissonanz ist am stärksten bei irreversiblen, teuren Entscheidungen mit mehreren attraktiven Alternativen.
Ängste abbauen
Streisand-Effekt
Offen kommunizieren
Versuche, Informationen zu unterdrücken, führen oft zur massiven Verbreitung genau dieser Informationen. Zensur erzeugt Aufmerksamkeit und Trotzreaktion.
Ängste abbauen
Predictive-Brain-Theorie
Erwartungen erfüllen
Das Gehirn ist eine Vorhersagemaschine, kein passiver Empfänger. Erfüllte Erwartungen schaffen Vertrauen, positive Überraschungen erzeugen Freude – große Abweichungen verursachen Stress.
Ängste abbauen
Equality-Attraction
Augenhöhe wahren
Menschen bevorzugen Partner mit ähnlichem Status. Zu große Unterschiede in Attraktivität, Kompetenz oder Prestige schaffen Distanz statt Anziehung.
Ängste abbauen
Spotlight-Effekt
Sorgen relativieren
Menschen überschätzen drastisch, wie sehr andere sie beachten. Was uns selbst riesig erscheint, bemerken andere kaum – ein kognitiver Bias mit direkten Folgen für Kundenkommunikation.
Ängste abbauen
Stress-Belohnungseffekt
Stress als Trigger erkennen
Unter Stress greifen Menschen verstärkt zu unmittelbaren Belohnungen und impulsiven Entscheidungen. Stressige Customer Journeys erhöhen die Anfälligkeit für Upselling und Zusatzverkäufe.
Ängste abbauen
Uncanny-Valley-Effekt
Realismus klug dosieren
Fast-menschliche Darstellungen erzeugen Unbehagen. Zu realistisch, aber nicht perfekt, löst stärkere Ablehnung aus als offensichtlich künstlich.
Ängste abbauen
Ambiguity-Aversion
Unsicherheit reduzieren
Bekanntes Risiko ist besser. Menschen meiden unbekannte Wahrscheinlichkeiten, nicht Risiko an sich.
Ängste abbauen
Omission-Bias
Aktives Handeln einfordern
Menschen bevorzugen Unterlassung gegenüber aktivem Handeln, selbst wenn Nicht-Handeln schlechtere Konsequenzen hat. Wer nicht handelt, fühlt sich weniger verantwortlich für negative Ergebnisse.
Ängste abbauen
Loss-Aversion
Verlustangst adressieren
Verluste schmerzen doppelt. Der Schmerz des Verlusts ist stärker als die Freude am Gewinn.
Ängste abbauen
Response-Efficacy
Wirksamkeit beweisen
Risikohinweise bewirken nur dann Handlung, wenn Menschen glauben, dass die empfohlene Maßnahme das Problem tatsächlich löst. Ohne Wirksamkeitsüberzeugung bleibt selbst dramatische Warnung folgenlos.
Ängste abbauen
Operational-Transparency
Zeigen, was dahinter steckt
Kunden bewerten Wartezeiten positiver, wenn sie sehen, was im Hintergrund passiert. Transparenz über laufende Prozesse reduziert wahrgenommene Wartezeit und erhöht Zufriedenheit.
Ängste abbauen
Funktionale-Fixierung
Alternativen aufzeigen
Vertraute Objekte werden nur in ihrer gewohnten Funktion wahrgenommen. Diese mentale Blockade verhindert kreative Problemlösungen und alternative Nutzungsformen.
Verständnis sichern
Confirmation-Bias
Bestehendes respektieren
Wir suchen Bestätigung. Menschen bevorzugen Informationen, die ihre Meinung stützen.
Verständnis sichern
Gestalt-Principles
Visuell gruppieren
Das Gehirn gruppiert visuelle Elemente automatisch nach Nähe, Ähnlichkeit, Geschlossenheit und gemeinsamer Bewegung. Wer diese Prinzipien nutzt, schafft intuitive Layouts ohne zusätzliche Erklärung.
Verständnis sichern
Signifiers
Hinweise sichtbar machen
Visuelle Hinweise zeigen, wie etwas zu benutzen ist. Ohne erkennbare Signale werden selbst einfache Interfaces frustrierend.
Verständnis sichern
Context-Dependent-Memory
Im Kontext erinnern lassen
Informationen werden besser erinnert, wenn der Abrufkontext dem Lernkontext ähnelt. Kontextuelle Hinweise dienen als Erinnerungshilfen.
Verständnis sichern
Learned-Convention-Override
Konventionen klug brechen
Gelernte Konventionen können durch bessere Alternativen überschrieben werden, wenn die neue Lösung deutlich überlegene Affordances bietet und die Lernkurve durch gutes Design abgemildert wird.
Verständnis sichern
Mental-Model
An Erwartungen anknüpfen
Menschen verstehen neue Systeme nur durch ihre bestehenden mentalen Modelle. Passt das Interface nicht zu diesen Erwartungen, entstehen Fehler und Frustration.
Verständnis sichern
Optimism-Bias
Risiken betonen
Menschen überschätzen systematisch die Wahrscheinlichkeit positiver Ereignisse und unterschätzen Risiken. Diese Verzerrung ist robust, selbst bei Kenntnis statistischer Fakten.
Verständnis sichern
Situationsmodelle
Szenarien anschaulich machen
Menschen konstruieren beim Lesen mentale Modelle der beschriebenen Situation. Texte, die diese Modellbildung unterstützen, werden besser verstanden und erinnert.
Verständnis sichern
Feedback-Loop
Sofort Rückmeldung geben
Unmittelbares, konkretes Feedback zu eigenem Verhalten führt zu messbarer Verhaltensänderung. Ohne Rückmeldung bleiben Konsequenzen abstrakt und wirkungslos.
Verständnis sichern
Illusion-Of-Depth
Verständnis prüfen
Verstehen wird überschätzt. Menschen glauben mehr zu verstehen, als sie tatsächlich tun.
Verständnis sichern
Observer-Expectancy-Effekt
Erwartungen neutral halten
Erwartungen von Beobachtern beeinflussen sowohl deren Wahrnehmung als auch das tatsächliche Verhalten der beobachteten Personen. Selbst objektive Messungen werden durch implizite Signale verzerrt.
Verständnis sichern
Curse-Of-Knowledge
Wie Anfänger denken
Experten vergessen das Nichtwissen. Wer etwas weiss, unterschätzt, wie schwer es zu verstehen ist.
Verständnis sichern
Spacing-Effekt
Wiederholen mit Pausen
Verteiltes Lernen über Zeit schlägt massiertes Lernen. Informationen in Abständen wiederholen führt zu besserem Langzeitgedächtnis als intensive Einmalvermittlung.
Verständnis sichern
Von-Restorff-Effekt
Anders gestalten
Was heraussticht, bleibt im Gedächtnis. Ein einzelnes abweichendes Element wird bis zu 10x besser erinnert als identische Elemente.
Aufmerksamkeit lenken
Perceptual-Load-Theorie
Konzentration bündeln
Hohe kognitive Auslastung verhindert Ablenkung. Wer konzentriert eine Aufgabe löst, blendet störende Reize automatisch aus.
Aufmerksamkeit lenken
Disrupt-Then-Reframe
Erst verwirren, dann überzeugen
Eine kurze Unterbrechung des erwarteten Ablaufs, gefolgt von einer Neuformulierung, erhöht die Überzeugungskraft dramatisch. Die Technik funktioniert, weil sie die automatischen Abwehrreaktionen unterbricht.
Aufmerksamkeit lenken
External-Trigger
Zur Nutzung anstoßen
Externes Triggern aktiviert Verhalten zuverlässiger als auf Eigeninitiative zu warten. Push-Benachrichtigungen, E-Mails und kontextuelle Hinweise erhöhen Nutzung messbar.
Aufmerksamkeit lenken
Fovea
Fokussieren
Nur 2° des Sichtfelds werden scharf wahrgenommen – der Rest ist verschwommen. Was nicht im Fokus liegt, wird nicht gesehen.
Aufmerksamkeit lenken
Gaze-Cueing-Effekt
Blickrichtung lenken
Menschen folgen automatisch dem Blick anderer Personen. Gesichter, die in eine Richtung schauen, lenken Aufmerksamkeit dorthin – selbst wenn wir es bewusst vermeiden wollen.
Aufmerksamkeit lenken
Habituationseffekt
Gegen Gewöhnung variieren
Wiederholte Reize verlieren an Wirkung. Was zunächst auffällt, wird bei Wiederholung zunehmend ignoriert – der Gewöhnungseffekt.
Aufmerksamkeit lenken
Feature-Detection-Theorie
Visuelle Grundmerkmale nutzen
Das Gehirn erkennt visuelle Grundmerkmale (Farbe, Form, Bewegung) parallel und automatisch, bevor komplexe Objekte verarbeitet werden. Interface-Design muss diese Hierarchie nutzen.
Aufmerksamkeit lenken
Mind-Wandering-Frequency
Aufmerksamkeit halten
Gedanken wandern bei 30-50% aller Aktivitäten ab. Monotone, vorhersehbare Interfaces fördern Abschweifen und reduzieren Informationsaufnahme drastisch.
Aufmerksamkeit lenken
Pattern-Interrupt
Muster durchbrechen
Unerwartete Unterbrechungen von Mustern erzeugen Aufmerksamkeit. Das Gehirn reagiert auf Abweichungen vom Erwarteten mit erhöhter Wachsamkeit.
Aufmerksamkeit lenken
Attentional-Blink
Pausen einbauen
Nach dem Erfassen einer Information ist unser Gehirn 200-500ms 'blind' für weitere Reize. Wichtige Informationen in schneller Folge werden übersehen.
Aufmerksamkeit lenken
Saccadic-Suppression
Augenbewegungen bedenken
Das Gehirn unterdrückt visuelle Wahrnehmung während Augenbewegungen. Änderungen in dieser Phase bleiben unbemerkt – ein blinder Fleck von 40-50ms.
Aufmerksamkeit lenken
Selective-Attention
Wichtiges hervorheben
Menschen nehmen nur einen Bruchteil der verfügbaren Informationen bewusst wahr. Was Aufmerksamkeit erhält, hängt von Erwartung, Aufgabe und Salienz ab.
Aufmerksamkeit lenken
Depth-Perception-Cues
Tiefe visuell schaffen
Tiefenhinweise wie Schatten, Größe und Überlappung schaffen visuelle Hierarchie auf flachen Bildschirmen. Sie lenken Aufmerksamkeit und erleichtern Navigation.
Aufmerksamkeit lenken
Unvollstandiges-Lesen
Für Scanner schreiben
Nutzer lesen Webinhalte nicht linear, sondern scannen in F- und Z-Mustern. Nur 16-28% des Textes wird tatsächlich gelesen – die Position und Gestaltung entscheiden über Wahrnehmung.
Aufmerksamkeit lenken
Change-Blindness-Phänomen
Veränderungen aktiv kommunizieren
Menschen übersehen selbst große Veränderungen, wenn ihre Aufmerksamkeit nicht gezielt darauf gelenkt wird. Änderungen müssen aktiv kommuniziert werden.
Aufmerksamkeit lenken
Visual-Hierarchy
Hierarchie visuell zeigen
Größe, Kontrast und Position lenken Aufmerksamkeit. Ohne klare visuelle Hierarchie verteilt sich Aufmerksamkeit gleichmäßig und nichts bleibt hängen.
Aufmerksamkeit lenken
Service-Recovery-Paradoxon
Fehler gut korrigieren
Gut gelöste Probleme binden stärker. Kunden nach einer Beschwerde können loyaler sein als zuvor.
Positive Erlebnisse schaffen
Hedonic-Adaptation
Gegen Gewöhnung arbeiten
An Gutes gewöhnt man sich. Variiere positive Erlebnisse, damit sie nicht zur Routine werden.
Positive Erlebnisse schaffen
Peak-End-Regel
Höhepunkte und Enden gestalten
Höhepunkt und Ende prägen die Erinnerung. Gestalte diese Momente bewusst positiv.
Positive Erlebnisse schaffen
Negativity-Bias
Negatives vermeiden
Negatives wiegt schwerer. Ein schlechtes Erlebnis braucht mehrere gute zur Kompensation.
Positive Erlebnisse schaffen
Reconstructive-Memory-Bias
Erinnerungen aktiv prägen
Erinnerungen sind keine Aufzeichnungen, sondern aktive Rekonstruktionen. Was Kunden erlebt haben, wird durch spätere Informationen, aktuelle Gefühle und soziale Erwartungen umgeschrieben.
Positive Erlebnisse schaffen
Waiting-Psychology
Warten erträglich machen
Beschäftigte Wartezeit vergeht schneller. Information und Ablenkung machen Warten erträglicher.
Positive Erlebnisse schaffen
Spark-Effekt
Überraschen statt belohnen
Unerwartete kleine Gesten wirken stärker als erwartete große Belohnungen. Der Überraschungsmoment aktiviert emotionale Bindung.
Positive Erlebnisse schaffen
Hawthorne-Effekt
Aufmerksamkeit zeigen
Beobachtung verändert Verhalten. Allein die Aufmerksamkeit zeigen verbessert Ergebnisse.
Motivation erhalten
Meaningful-Choices
Wahl bedeutsam machen
Wahlmöglichkeiten stärken Engagement, wenn sie bedeutsam, verständlich und an Werte gekoppelt sind. Triviale oder überkomplexe Entscheidungen schwächen die Bindung.
Motivation erhalten
Goal-Gradient
Fortschritt zeigen
Je näher das Ziel, desto mehr Einsatz. Zeige Fortschritt, um Motivation zu steigern.
Motivation erhalten
Overjustification-Effekt
Belohnungen sparsam einsetzen
Externe Belohnungen können intrinsische Motivation zerstören. Was Menschen aus Freude tun, wird zur Pflicht, sobald sie dafür bezahlt werden.
Motivation erhalten
Zeigarnik-Effekt
Unerledigtes nutzen
Unerledigtes bleibt im Kopf. Offene Aufgaben erzeugen den Drang zur Vollendung.
Motivation erhalten
Selbstbestimmungstheorie
Bedürfnisse erfüllen
Intrinsische Motivation entsteht aus drei Grundbedürfnissen: Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit. Wer diese erfüllt, schafft nachhaltiges Engagement statt kurzfristiger Belohnungen.
Motivation erhalten
Benjamin-Franklin-Effekt
Um kleine Gefallen bitten
Wer um einen kleinen Gefallen bittet, wird sympathischer. Menschen rechtfertigen ihr Verhalten nachträglich – wem sie geholfen haben, den müssen sie mögen.
Beziehung aufbauen
Attachment-Theorie
Sichere Bindung anbieten
Frühe Bindungserfahrungen prägen, wie Menschen Beziehungen zu Marken aufbauen. Sichere Bindung führt zu Loyalität und Vertrauen, unsichere zu Misstrauen oder Abhängigkeit.
Beziehung aufbauen
Cocktail-Party-Effekt
Den Namen nutzen
Der eigene Name durchdringt alles. Persönliche Ansprache fängt Aufmerksamkeit sofort.
Beziehung aufbauen
Bystander-Effekt
Direkt ansprechen
In der Menge fühlt sich niemand zuständig. Direkte Ansprache aktiviert Verantwortung.
Beziehung aufbauen
Voluntary-Engagement-Emphasis
Freiwillig wählen lassen
Freiwillig gewähltes Engagement bindet stärker als erzwungene Interaktion. Autonomie ist der Schlüssel zu echter Loyalität.
Beziehung aufbauen
Early-Intervention
Früh eingreifen
Früh eingreifen verhindert Eskalation. Kleine Probleme früh lösen vermeidet grosse später.
Beziehung aufbauen
Identity-Formation-Stages
In der Lebensphase abholen
Identität entwickelt sich in erkennbaren Phasen. Wer Kunden in ihrer aktuellen Entwicklungsphase abholt, stärkt Bindung und Relevanz.
Beziehung aufbauen
Idiosyncratic-Fit
Individuell anpassen
Menschen empfinden höhere Zufriedenheit und Bindung, wenn Produkte und Services zu ihren individuellen Eigenheiten, Werten und Arbeitsweisen passen. Idiosynkratische Passung übertrifft standardisierte Lösungen.
Beziehung aufbauen
Social-Identity-Theorie
Wir-Gefühl aufbauen
Menschen definieren sich über Gruppenzugehörigkeit. Wer sich mit einer Marke identifiziert, zeigt höhere Loyalität, kauft mehr und verteidigt die Marke aktiv.
Beziehung aufbauen
Mere-Exposure
Öfter zeigen
Vertrautheit erzeugt Sympathie. Je öfter wir etwas sehen, desto mehr mögen wir es.
Beziehung aufbauen
Cognitive-Dissonance
Entscheidungen bestätigen
Entscheidungen wollen bestätigt werden. Nach dem Kauf suchen Menschen nach Rechtfertigung.
Verhalten verstärken
Sunk-Cost-Effekt
Investitionen aufbauen und einfordern
Investitionen — eingesetzte Zeit, Daten, Mühe oder Geld — schaffen psychologische Bindung. Laufende Beiträge bauen Ownership und Wechselbarrieren auf (IKEA-Effekt), vergangene Investitionen lassen Menschen irrational am Erreichten festhalten (Sunk-Cost-Effekt).
Verhalten verstärken
Mesolimbic-Reward-System
Belohnungssystem aktivieren
Belohnungen aktivieren das dopaminerge Belohnungssystem im Gehirn und schaffen automatische Verhaltensschleifen. Unvorhersehbare Belohnungen sind wirksamer als vorhersehbare.
Verhalten verstärken
Moral-Licensing
Nach Gutem nicht nachlassen
Gutes Verhalten erlaubt Schlechtes. Nach einer guten Tat fühlen sich Menschen zu Ausnahmen berechtigt.
Verhalten verstärken
Diderot-Effekt
Passende Angebote machen
Ein Kauf zieht andere nach. Neue Besitztümer wecken den Wunsch nach passenden Ergänzungen.
Verhalten verstärken
Social-Recognition
Öffentlich anerkennen
Öffentliche Anerkennung motiviert stärker als private Belohnungen. Menschen ändern ihr Verhalten, wenn Status und soziale Wertschätzung sichtbar werden.
Verhalten verstärken
Fine-Is-A-Price
Strafen vermeiden
Strafen können erlauben. Eine Strafe kann unerwünschtes Verhalten als käufliche Option rahmen.
Verhalten verstärken
Variable-Ratio-Reinforcement
Unvorhersehbar belohnen
Unvorhersehbare Belohnungen in variablen Abständen erzeugen stärkere und ausdauerndere Motivation als feste Belohnungsmuster. Die Ungewissheit selbst wird zur treibenden Kraft.
Verhalten verstärken
Action-Bias
Zum Handeln einladen
Handeln fühlt sich besser an. Menschen bevorzugen Aktion, selbst wenn Abwarten klüger wäre.
Verhalten verstärken
Dunning-Kruger-Effekt
Anfänger begleiten
Anfänger überschätzen sich. Wenig Wissen führt zu überhöhter Selbsteinschätzung.
Lernen & Gewohnheit fördern
Google-Effekt
Digitales Gedächtnis nutzen
Abrufbares wird weniger gemerkt. Wenn Information leicht zugänglich ist, sinkt die Merkleistung.
Lernen & Gewohnheit fördern
Status-Quo-Bias
Gewohntes beibehalten
Der aktuelle Zustand hat Vorteile. Menschen bevorzugen das Bekannte gegenüber Veränderung.
Lernen & Gewohnheit fördern
Internal-Trigger
Mit Emotionen verknüpfen
Produkte, die mit emotionalen Zuständen verknüpft werden, entstehen automatische Nutzungsgewohnheiten. Langeweile öffnet Instagram, Unsicherheit startet Google.
Lernen & Gewohnheit fördern
Generation-Effekt
Selbst erarbeiten lassen
Selbst erzeugt bleibt besser hängen. Aktives Erarbeiten führt zu besserer Erinnerung als Lesen.
Lernen & Gewohnheit fördern
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